Vom Sinn und Unsinn von Schnapszahl-Hochzeiten

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Können Sie spontan das Datum Ihrer Hochzeit nennen (vorausgesetzt natürlich, Sie sind verheiratet)? Nein? Dann haben Sie jedenfalls nicht an einem Schnapszahlendatum geheiratet.

Tage mit prägnanter Nummernfolge wie 09.09.09 oder 20.10.2010 sind für das Heiraten traditionell sehr begehrt, zum Frust von Standesbeamten, die dann Sonderschichten arbeiten oder – wie am vergangenen 10.10.10 – Sonntagsdienst leisten sollen. „Das kann man sich so gut merken“ ist das schlagende Argument, und wehe den männlichen Eheversagern, die trotzdem die Blumen vergessen, wenn sich der Freudentag jährt. Die haben gleich doppelt geloost.

Braut mit Karnevalsmaske

Beginn der Ehe zum Beginn der närrischen Zeit: Was das wohl bedeutet?

Spannend wird es am 11.11.11. Nicht nur, weil sich da sechs Einser zusammenfinden (das hätten wir zu Schulzeiten gerne mal gehabt), sondern weil sich da zumindest in bestimmten Gegenden auch die Narren ab 11 Uhr 11 vor den Türen des Standesamts noch lauter bemerkbar machen werden als sonst. Und, ach ja, Martini ist dieses Jahr ebenfalls am 11.11. Da wird in Kölle bestimmt das eine oder andere Brautpaar im Jeckenkostüm auf dem Pferd zum Standesamt reiten. Im Gegensatz zum letzten Jahr haben die nämlich, da Freitag, regulär geöffnet.

Am 08.08.08 war der Hype übrigens besonders groß, weil – wir sind ja alle Einsteins Enkel – die gekippte 8 das Symbol für die Unendlichkeit ist. Und so lange wird dann, da sind wir uns sicher, auch die besiegelte Liebe halten. Von wegen!

Ring mit Gravur 11.11.11

Dieses Hochzeitsdatum sollte man(n) sich eigentlich auch so merken können

Die Scheidungsrate der Schnapszahl-Verheirateten ist signifikant höher als der Durchschnitt. Sei es, dass die Faszination der Zahl über das Fehlen derselben beim Partner hinwegtäuschte, sei es, weil die Statistik die absolute Zahl der Trennungen nicht ins Verhältnis zu dem Vielfachen an Hochzeiten zu diesem Datum gesetzt hat. Fakt ist, dass gerade am 08.08.08 in manchen Standesämtern die Eheschließungen im 15-Minuten-Takt von statten gingen und dass anschließend in den Nebenräumen der angesagten Lokalitäten zu erhöhtem Preis in Schichten gefeiert wurde. Aber wen stört das, wenn alle zum Schluss sagen: „Das war allein unser ganz besonderer Tag!“

(Erfahrungen mit Schnapszahl-Hochzeiten? Gute? Weniger gute? Schreiben Sie. Wenn es dem Thema dient, veröffentlichen wir Ihre Geschichte.)

Fotoquellen: p_r_g/fotolia; yanterric/fotolia.

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